15.06.2026

Wenn Katzen mit uns spazieren gehen

Zwei rot-weisse Katzen und eine schwarze Katze laufen auf einem schmalen Waldweg zwischen Wiesen.

Neulich durfte ich etwas erleben, das mich tief berührt hat.

Dany und ich gingen für einen Spaziergang in den Wald. Nichts Besonderes eigentlich. Einfach ein ruhiger Abend, ein schmaler Weg, Vogelstimmen und das sanfte Licht zwischen den Bäumen.

Doch dann geschah etwas, das für mich alles andere als selbstverständlich ist.

Unsere Katzen kamen mit.

Nicht für ein paar Meter. Nicht bis zur nächsten Ecke. Sie begleiteten uns fast eine halbe Stunde durch Wald und Wiesen.

Wer Katzen kennt, weiss: Katzen folgen keinen Befehlen. Sie kommen nicht mit, weil man es von ihnen verlangt. Sie haben ihren eigenen Kopf, ihren eigenen Willen und ihre ganz eigene Vorstellung davon, wie sie ihren Tag verbringen möchten.

Gerade deshalb empfinde ich es als ein besonderes Geschenk, wenn eine Katze sich entscheidet, mit uns zu gehen.

Als Tierkommunikatorin habe ich die Katzen später gefragt, weshalb sie uns begleitet haben.

Ihre Antwort war überraschend einfach:

„Wir sind neugierig."

Und dann:

„Wir verbringen gerne Zeit mit euch."

Eine der schönsten Antworten war jedoch:

„Wenn die andere Katze mitgeht, könnte ich etwas verpassen. Dann möchte ich auch dabei sein."

Diese Aussage hat mich zum Lächeln gebracht.

Wie oft glauben wir Menschen, Katzen seien Einzelgänger? Wie oft übersehen wir, dass auch sie Gemeinschaft lieben, Zugehörigkeit fühlen und gemeinsame Erlebnisse geniessen?

Natürlich sind Katzen unabhängiger als viele andere Tiere. Sie brauchen keine ständige Beschäftigung und keine dauernde Bestätigung. Aber das bedeutet nicht, dass ihnen ihre Familie gleichgültig wäre.

Im Gegenteil.

Wenn eine Katze freiwillig mit uns spazieren geht, dann zeigt sie etwas Kostbares:

„Ich möchte bei euch sein."

Nicht aus Pflicht.

Nicht aus Abhängigkeit.

Sondern aus freier Entscheidung.

Vielleicht ist genau das eine der schönsten Formen von Liebe.

Eine Katze fragt nicht, ob etwas nützlich ist. Sie fragt nicht, ob sie etwas dafür bekommt.

Sie folgt ihrem Herzen, ihrer Neugier und ihrem Gefühl.

An diesem Abend hatte ich das Gefühl, dass wir nicht Menschen waren, die mit ihren Katzen spazieren gingen.

Wir waren einfach eine kleine Familie, die gemeinsam unterwegs war.

Und vielleicht liegt darin eine stille Botschaft der Katzen:

Gemeinsame Zeit braucht keinen Zweck. Manchmal genügt es vollkommen, einfach miteinander zu sein.

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